"Happy Birthday" mit Swing PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kölner Rundschau   
20.03.2007

ImageBRÜHL. Welch ein Geburtstagsfest für ein Orchester: immer wieder Zwischenapplaus, Soli von Weltklasse und schöns-te Partystimmung im Publikum. Die immer jung gebliebene Donie-Band hatte sich zur Feier ihres 20-jährigen Bestehens mit national und interna-tional preisgekrönten Musikergästen selbst ein Überraschungspaket geschnürt. Denn wenige Tage vor dem Jubiläumskonzert im Max-Ernst-Mu-seum stand fest, dass der Dorothea-Tanning-Saal den An-sturm zu der Jazz-Party' gar nicht fassen würde. In Windeseile wurde ein Zusatzkonzert ' organisiert.


ImageMit "Strike up the Band" von George Gershwin eröffnete das Großorchester sein grandioses Heimspiel. Satter Groo-ve, auf die Note herausgespielte Akzente der Instrumentalgruppen, rockende und rollende Rhythmen ließen das Publikum mehr als drei Stunden lang inder Donie-Welt des guten alten und immer noch fri-schen melodischen Jazz schwelgen.


ImageGanz neu kam die Nachricht herein, dass einer aus der Band, es ist Gründervater Robert Donies Posaunen-Kollege Matthias Veit, demnächst mit dem Grimme-Preis, ausge-zeichnet wird fürs Mitwirken bei der Musik zum Dokumen-tarfilm "Lobbyismus in den Bundesministerien" . Zwei Solisten, der Trompeter Andy Haderer und der Posaunist Lud-wig Nuss, haben mit der WDR Bigband einen anderen bedeu-tenden Preis, den Grammy, be-reits seit Anfang des Jahres.


ImageJedem im Saal war das Ohr zu wünschen, um die sehr feinen Nuancen der Solospiele dieser überragenden Musiktalente herauszuhören, so bei dem von Paul Kuhn arangierten "Polka Dots and Moonbeams" , der Miles-Davis-Kompqosition "Seven Stepsto Heaven", dem Latino-Jazzstück „Wave" oder "Carnival". Aber auch die bandeigenen Solisten konnten sich neben den Stars bestens hören lassen, allen voran Trompeter Michael Kuhl und die einzige Frau in der Formation, die Saxophonistin Isabel Hermanns.


ImageUnd die Brühler Jazzliebhaber erkoren sich einen neuen Publikumsliebling: Karl Frierson ist ein Jazz-Clown, ein Vokalakrobat, der aus den warmen Soultiefen seiner Stimme mühelos die Sopranhöhen einer Ella Fitzgerald erklimmt. "For Once in My Life" entfesselte die Zuhörer, die gerne Einladungen wie "Fly me to the Moon" und "Do nothing till you hear from me" von Duke Ellington folgten und mit Frierson unter dem "Orange Coloured Sky" flanierten.


ImageSelbstverständlich durfte die Band nach 18 Titeln nicht weiterziehen, ohne als Zugabe das Paradestück „In the Mood" gespielt zu haben. Weil alle Jazzfreunde das Original im" Ohr haben, ist die Herausforderung umso größer, den richti-gen Sound zu treffen. Aber Di-rigent Reiner "Miller"-Merkt hat auch diesen klassischen Swing ausgezeichnet im Griff.


ImageNach drei Stunden sollte die Party immer noch nicht zu Ende sein. Die Musiker hatten schon das Rampenlicht verlassen, die Mehrheit des, Publikums aber war applaudierend in den Reihen stehen geblieben. Ein seltenes Ereignis im Dorothea-Tanning-Saal.